Andrea Limmer

Foto: © klauskraiger.net
Andrea Limmer wurde folgerichtig an einem Faschingssamstag 1985 geboren. Danach verbrachte sie ihre ersten Jahre abwechselnd in einer oberbairischen Wirtschaft und auf dem niederbairischen Land. Diese drei Faktoren haben dafür gesorgt, dass sie eins immer besonders gut konnte: Geschichten erzählen. Meistens wildfremden Leuten. Und das tut sie heute noch, bloß bekommt sie inzwischen dafür keine Süßigkeiten mehr. Meistens.

Andrea Limmer lebt als Autorin, Redakteurin, Lesebühnenelement, Flaneur und Kabarettistin in Moosburg, München und der Welt.

Freilich!

Freilich!
Unvermeidliche niederbairische Wirtshausgrotesken

Der Walter beäugt misstrauisch den Teller mit frittierten Servietten und fragt: »Das ist jetzt aber schon ein Fischfilet, oder?«

Die Wirtshausgeschichten von Andrea Limmer umwabern den Leser mit dem zünftig-verzweifelten Geruch, der in jeder alten Gaststube vorherrscht. Es menschelt in und zwischen den Zeilen, die in kräftigen Farben widerspiegeln, wie sich Menschen dort verhalten, wo das ehrliche Verhalten in dunklen, verräucherten Ecken lauert, bis man es mit einem kräftigen Schluck oder Biss entfesselt.
Dieses Buch ist Niederbaiern: urig, komisch, grotesk, sexy, international und revolutionär.

ISBN 978-3-8316-4252-6, 96 Seiten, 12,80 Euro

Überall im Buchhandel und in guten, ausgewählten Wirtshäusern erhältlich!

Limmer wider Lichterglanz - Weihnachtswissenschaft


Die Lichterkette



 
    Die Lichterkette wird das erste Mal schriftlich kurz nach Christi Geburt genannt. Nämlich in einem Brief des vierten der Heiligen Drei Könige. Denn eigentlich sollten es vier Heilige Könige sein, die dem neugeborenen Jesus Geschenke überreichen.    
    Der vierte König hieß Kevin, was „anmutig“ und „hübsch“ bedeutet. Und das traf auf diesen König absolut zu. Er war in dem Maße adrett, attraktiv und begehrenswert wie er dumm war. Ja, dieser Kevin hatte leider absolut nix in der Birne. Die anderen drei Könige indes zerfraß es innerlich vor Neid wegen seinem wohlfeilen Äußeren. Kevin bekam immer die schönsten Frauen und die anderen drei schauten mit dem Ofenrohr in sein Schlafzimmer.
    Aufgrund des immensen Neids berieten die drei Könige ihren Kollegen in Sachen Jesus-Geschenk sehr hinterfotzig. „Licht“, sagten sie. „Die brauchen Licht im Stall. Sonst ist das Kind hernach schief gewickelt.“ König Kevin zeigte sich begeistert. So jubelten ihm die anderen drei eine Lichterkette unter, die sie von einem koreanischen Flaschengeist namens Dschin Jong Un erhalten hatten. Dschin Jong Un wiederum treibt in der Weltgeschichte ein echt mieses Unwesen. Mal taucht er als Zündholzvertreter bei Kaiser Nero auf, mal als Prommgestalter von RTLII. Man erkennt ihn übrigens gleich, weil er genauso aussieht wie alle Koreaner.



    Kevin übersah leider das Schild „Made in Nordkorea“ an der Lichterkette. Er übersah auch, dass Isar2 noch nicht stand und gar kein elektrischer Strom floss. Zu guter Letzt übersah er noch, wie verknotet die Kette in der Packung lag. Stolz übergab er der Heiligen Familie sein Präsent. Ratlose Gesichter beugten sich über die Packung. Bis der Zimmermann Josef, immerhin ein pragamatischer und handwerklich begabter Mensch, resultierte: „A so a Schmarrn. Des braucht koa Sau.“ König Kevin versuchte sogleich die Kette zu entwirren. Aber er verknotete sie nur noch mehr und schlussendlich sich selbst in der Kette, was ihn zum Gespött der Könige, der Hirten, der Familie und sogar von Ochs und Esel machte.
    König Kevin gab schließlich auf. Mit rotem Kopf hüpfte er eingewickelt in die Kette davon. Wohl wissend, dass ihm die Königskammer seinen Titel entziehen würde, wegen grober Beleidung seiner Königswürde. Und seit dieser Zeit stellt man den einst noblen Namen Kevin zusammen mit der Lichterkette in eine dunkle Ecke, wo sie bis heute mitsamt Eselskappe ausharren müssen. Zudem erdachten rege Dichter um diesen Vorfall viele Spottverse und Lustspiele. Etwa den schwedischen Lichterkettenkanon „Wirfswegstrumm“:
    „Drahs hierum,    
    drahs herum,
    sei ned dumm,
    wirfs weg, s'Trumm.“
 
    Neben diesem kleinen, heiteren Couplet entstand über die Jahre dann der Watschentanz. Entwickelt hat ihn Konstantin Rottinger, Spitzname: Krachleder Kone, und seines Zeichens Tanzkapellmeister sowie Trachenvereinsvorsitzender. Während er einst seinem Schwager helfen sollte, die Lichterkette zu entwirren, gab ein Wort das andere und schließlich eine Watschn die nächste. So prägte auch der Kone den Vers: „Rüttle nicht am Watschenbaum, es reift die Frucht, du merkst es kaum.“ Kone und seine Frau, nun von allen Familienbesuchen befreit, gingen auf Watschentanzwelttournee und verbrachten dieses schöne Stück bayrische Tradition bis nach Amerika. Im gleichen Zug legitmierte der Kone, völlig unabsichtlich freilich, jede Wirtshausrauferei. Schließlich kann man eine jede davon vor Polizei, Staatsanwalt und Richter als Traditionstanz darstellen – vor allem, wenn letztere drei selbst darin verwickelt waren. In schwierigeren Fällen, bei misstrauischen, hochdeutschen Rechtsvertretern, bietet man einfach an, den Tanz, gemeinsam mit Richter und Anwälten zu veranstalten und, zappzerzapp, der Käse ist gebissen, wie der Kone so oft gemütlich zu sagen pflegte.
   
    König Kevin wiederum ließ sich diesen ersten Reinfall keine Lehre sein. Stur zog er eine Lichterkettenmanufaktur auf, die im Mittelalter bankrott ging. Desweiteren kamen nun einige Unterhaltszahlungen auf König Kevin zu. Seitdem kursiert das Sprichwort: „Die dümmsten Männer haben die meisten Kinder.“ Oder auch: „Dumm f…. gut.“
    Derart in die finanzielle Enge gedrängt, beschloss König Kevin sich mit einer Lichterkette zu erhängen, was ihm ebenfalls nicht gelang. Er vergaß schlichtweg, die Kette über sich zu befestigen. Tja, ohne Physikbuch, kein Genickbruch. Nach Tagen brach er entkräftet auf dem Boden zusammen, die Kette überdies nur an seinen Fesseln befestigt. Von den Unterhaltszahlungen getrieben und offenbar zu dumm zum sterben, lebte König Kevin weiter und erfand noch so einiges: Feng Shui, alkoholfreies Radler, die FDP, die TV-Show „Kein Schlauer sucht Frau“ und Apple. Danach verschwand er.
    Die Lichterkette aber verschwand, wie wir wissen, nie. Obwohl sie in jedem Jahr bis zur Unkenntlichkeit verknotet unzählige Menschen in die Nervenheilanstalten treibt und, falls außen an Häusern angebracht, ganze Landstriche durch Lichtverschmutzung unbewohnbar macht. Und nur wenige Menschen, die die alten Geschichten kennen und glauben, singen bei diesem Anblick leise, wie fröstelnd: „Drahs hierum, drahs herum...“
 

    Nachsatz: Die tragische Anfangsgeschichte der Lichterkette ist wenig bekannt. Sie wird seit Jahren von der Lichterkettenlobby unter Verschluss gehalten. Nur unter gefährlichsten Bedingungen konnte unser Berichterstatter an diese Fakten gelangen, geneigte Leser, um Ihnen ein wenig die Augen zu öffnen. Fragen Sie sich bei jedem Vorurteil oder Klischee, woher es wohl kommen mag. Meist steckt Dummheit dahinter. Wir, vom X-Mess-Messie-Verlag wünschen Ihnen indes frohe Weihnachten und ein strahlendes Fest.

    In der nächsten Ausgabe erfahren Sie, warum Bienenwachskerzen nicht in heiße Milch gehören und an Weihnachten Brett- wie Kartenspiele zu meiden sind.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Herausgeber
Kevin Königson
   
   

Die Brieframpe - Nachricht vom Fan

"Aus is'! Limmer wieder auf Tour"





Gaudi-Grisi
"Kennst du den schon? ..."

Limmer
Ja.

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Junger Unterbayer
"Liebe Limmi,
ich bin so ein junger, unterbayerischer, liberal gesinnter und unpolitischer Typ aus deiner Heimat Unterbayern. Und ich finds saugut, wie lustig dass du bist - und trotzdem bist auch so empanzipiert! Bestimmt bist so emanzipiert, dass du sogar für deinen Freund kochst oder Wäsch machst oder endlich den Knopf an seinem Lodenjanker annähst, ohne dir dabei recht deppert vorzukommen. Du redst ja oft über dein Freund. Der is auch echt zünftig. Wobei die Sach mit der Tätowierung ein bisserl anders gelaufen ist, wie aus sicheren Quellen weiß. Nämlich..."

Limmer
Lieber Obsti,
1. wer Kuchen will, muss selbst süß sein.
2. NIEDERbaiern. Es heißt NIEDERbaiern! Sacklzement!

Bussi,

Andrea (deine Freundin)




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Dein Knecht
"Willst du auf tausend grünen Nadeln die Spitze des Lust-Wipfels erklimmen? Verlangt es dich nach Rute und Jingle-Schellen? Bist du schon süchtig nach Lichterketten-Bondage?
Dann betritt die weiße Wunderwelt des Schmerzes! Schreib mir und ich hol dich mit meinem Schlitten. Dein Knecht"

Limmer
Lieber Krampus,
wir haben das mit den SPAM-Mails doch schon mal beredet, oder? Eben. Außerdem würde ich wirklich mal die adventlichen Formulierungen überarbeiten. Wer soll dich denn anrufen? Sado-Elfen?
Übrigens ist nächsten Mittwoch wieder Probe bei mir, fürs Weihnachtsprogramm. Komm bitte nicht wieder mit deinem Tannenschnaps an. Da drauf dreht der Osterhase wieder völlig durch.













Die Brieframpe - Nachricht vom Fan

"Aus is'! Limmer wieder auf Tour"





Nah-Han
"Na Servas, beste Freundgenossin, hier kommt die Testmail! Schau, schau, es is nix hin. Du kriegst schon Emails, wenn dir jemand welche schickt. Lebe die Einsamkeit! Mut zur Stille! Schon der Partisan und Kohlrabischnitzer Urgl Bahschowitzotti..."

Limmer
Merci, Hannah.
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Obsti Daechte
"Spatzl?! Hallo?! Du, ich weiß fei, dass du daheim bist. Dei Tour fängt nämlich erst an. Außerdem hab ich bei dir in der WG as Licht brennen sehen. Gut, ich hab's selber eingeschaltet. Aber hernach is wieder ausgeschaltet worden! Und die Zilli war des nicht, weil die Zilli gerade ihren Mistgabel-Tanz-Festival veranstaltet, in Viechtach. Also, Spatzl!!!!!! Jetzt sag doch was, zefix!"

Limmer
Lieber Obsti,
1. wie kommst du in meine WG?
2. hast du da was angefasst?
3. woher weißt du, wo die Zilli ist? Ich such die seit Wochen!
4. mit Ausrufezeichen les ich deine Nachrichten auch nicht lauter.
5. wenn du was bei mir angefasst hast, bitte sag's!
6. wo ist mein Hamster?
7. wenn du mich treffen willst, komm nach: Tann, Bad Birnbach, LA, Furth im Wald, Hauzenberg ... (http://andrea-limmer.de/tourplan.html)

Bussi
Andrea
(deine Freundin)

P.S.: Habe den Hamster grad gefunden, war in der Gefriertruhe, alles gut.




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Stylie-Zylie
"Liebe Limmergeiß,
ich hab deinen Dschamsterer nicht in die WG gelassen. Auf seinen Schlüssel passt man auf, weil nachgemacht ist er so schnell wie eine Hosentaschenmistgabel in China. Ist der Hamster eigentlich schon wieder aufgetaucht?
Bussi, Zilli
P. S.: Hat der Obsti etwa bei uns was angefasst?! "

Limmer
Aufgetaucht ja. Aufgetaut noch nicht.

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Nah-Han
"Na, Servas, liebe Volksgesoffin! Du, geh bitte, hast du meine letzte Mail überhaupt ganz gelesen? Sicher nicht! Denn sonst wärst du zum Flash-Mob in diesen Filmpalast des Kapitalismus gekommen, um dort die Projektoren zu verdunkeln, die auf Befehl des ökonomischen Partriarchats den Klassenkampf mit sexistischer Kackscheiße..."

Limmer
Liebe Hannah,
ich hab es dir schon mal gesagt und sag es auch gern immer wieder: Ich verübe keine Anschläge mehr, auf die Kinderecke von Karstadt.

Außerdem, bin ich jetzt wieder auf Tour...





Die Brieframpe


Aus is'! - Nachricht vom Fan


Karli K.
"Bist im echten Lem eigentli aa so draaf wia aaf da Bühne? I woidad nämli aa moi ebbs mid Witz macha. Aber mei Mam sogt ollawei, dass oam des bleibt, im echten Lem. Bsonders as Gschau."
Limmer
Lieber Karli,
ich ziehe mir diesen philosophischen Fehdehandschuh mit Freuen an. Denn es stellt sich ja erst einmal die Frage: Was ist das eche Leben? Wenn die Zeit, die ich auf der Bühne stehe, nicht das echte Leben wäre, dann wäre es für dich als Zuschauer auch nicht das echte Leben.
Aber, was wäre es dann? Ein Traum? Ein Film? Ein neurologischer Versuch, zu dem du von einem drakonischen Wissenschaftsstaat aufgrund von einem geringen Vergehen verurteilt worden bist, um dein Schulmaß abzugelten?
Nein, du bist wirklich da, während der Show, wie jeder andere Zuschauer. Zumindest anfangs. Und diese anderen Zuschauer kannst du riechen, spüren und für ein Postbank-Girokonto gewinnen. Also gehen wir d'accord, dass, da du in der Showzeit atmest, trinkst, verstoffwechselst und dich nicht zuletzt eben vor allem wegen der Verstoffwechselung selber mehr oder minder lebendig fühlst, dies eben echte Lebenszeit ist.
Wenn ich nun also in dieser Zeit wie auch immer "drauf" bin, bin ich ergo im echten Leben so "drauf".
Wenn du allerdings "etwas mit Witzen" machen möchtest, bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich bin nämlich im echten Leben überhaupt keine Gauditante.

Grüße an deine Mama. Meine sagt hinsichtlich dem Geschau das gleiche.




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Geile Stute
"Brauchen Sie neue Büromöbel?"
Limmer
Sehr geehrte Frau Geile Stute,
wie ich bereits letzte Woche Ihrer Kollegin erklärt habe, brauche ich keine Büromöbel, vielen Dank. Ich habe Ihrer Kollegin, einer Frau Veronika, erklärt, dass ich im Liegen arbeite. Da habe ich mich wohl nicht genau genug ausgedrückt.
Lassen Sie es mich so sagen: Ich bin Künstler, ergo brauche ich keine Büromöbel - ich brauche ja auch keine Worte wie "Arbeitstag".
Aber andere Fragen wären für mich durchaus von Interesse.
1. Brauchen Sie Geld? - Ja.
2. Brauchen Sie TTIP? - Nein.
3. Brauchen Sie Möbel? - Ja.
4. Brauchen Sie Gras? - Kommt drauf an.
5. Brauchen Sie Sauerstoff? - Ja.
6. Brauchen Sie neue Saiten? - Ja.
7. Brauchen Sie die CSU? - Ja (sonst hängt mein arbeitsloser Freund die ganze Zeit bei mir rum, wahrscheinlich samt seiner sonst arbeitslosen Verwandschaft).
8. Brauchen Sie Pilze? - Kommt drauf an.
9. Brauchen Sie Bier? - Kommt drauf an.
10. Brauchen Sie Bier? - Ja.
Also verschicken Sie doch einmal solche Fragen. Sie werden dann bestimmt auch mehr Antworten erhalten. Denn, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, so viele Mails, die Sie alleine mir schicken, deuten darauf hin, dass Sie entweder einsam oder in mich verliebt sind. Beides bedauere ich zutiefst.



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TschäkiTheJoker
"Hey, du bist ja ein süßel Spatzerl. Magst du mal ein Bier mit mir trinken? Bussi, Tschäki"
Limmer
Lieber Obsti,
den "Tschäki" schreibt man anders. - Da kommt auch gleich meine erste Gegenfrage: Wann hast du dir mein Programm angesehen? Findest du das nicht freaky, auftauchen, dich von mir nicht kennen lassen und dann wieder abziehen?
Zweitens: Was sind denn das für Sitten?! Dich als jemand anderen ausgeben, um mir zu schreiben?! Was ist denn bitte aus dem guten alten Liebes-Leberkässemmel-Gruß geworden? (Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=U8Xau6w-P-0)
Drittens: Man kann mit dir nicht ein Bier trinken. Weil du nie EIN Bier trinkst. Zudem wirkst du auch auf andere Biere, die sich eigentlich in Hände anderer schmiegen, als eine Art schwarzes Loch. Jedes Bier verlässt sobald du auftauchst seinen Trinker, um bei dir zu landen. Es ist, als ob du der Schwarm, der unwiderstehliche Seitensprung, der Schwemme Fatale der Bierwelt wärst. Ich kann noch nicht ganz erklären, warum. Aber ich bleibe dran.
Viertens: Am Freitag würd ich dich auf ein Bier einladen. Auf ein fränkisches. In der Halunkenburg in Hof.

Bussi, Andrea (deine Freundin)


P.S.: Auf dem Foto befindet sich kein fränkisches Bier.









Aus is'! die Post - Limmer wi(e)der das Publikum


Als ich gerade über den Auftritt in der Spielbank Bad Kissingen bloggen will, erreicht mich eine Nachricht von einem Zuschauer. Interessiert lese ich die Abhandlung über den Auftritt und das Verhalten meiner Person im Kontext seines persönlichen Befindens. Und eine Frage.
"Gibt es den Obsti eigentlich wirklich?"

Man konfrontiert mich von Zuschauerseite mit allem, zwischen obstischer Zuneigung, hannahesker Kritik und zillisterem Witz. Aber vor allem mit Fragen.
Z. B. auch: "Wie kann man nur so blöd schauen?"

Und da dämmert mir plötzlich, dass es für die Menschen viel interessanter ist, über andere nachzudenken, als über sich. Also habe ich mich entschlossen, hier künftig die schönsten (!) Zuschauerfragen zu beantworten.

Die schönste Zuschrift wird übrigens am Ende der Spielsaison gekürt und reich entlohnt.
Allerdings beantworte ich die Frage, ob es Obsti wirklich gibt, nur persönlich nach einem Gig.

Ich bitte also um weitere Fragen. Jetzt wünsche ich aber erst einmal viel Spaß mit SteffMoorleitner, Veronika und XXXSAGICHNICHTWEILSDICHNIXANGEHTXXX

Die Brieframpe

Nachricht vom Fan


SteffMoorleitner
"Woher genau aus Unterbayern kommst du?"

Limmer
Servus!
Da müssen wir jetzt ein paar Dinge klären.
Unterbayern gibt es nicht. Jedoch gibt es Unterfranken oder Oberbayern. Wenn Sie Unterfranken meinen: meistens aus einer Wirtschaft. Wenn Sie aber Oberbayern meinen: immer auf dem schnellsten Wege.
Wenn Sie Niederbaiern meinen, so ist das ein bisschen knifflig.
1. Kommt man nicht aus Niederbaiern. Niederbaiern kommt aus einem heraus. Mit jedem Grant, jedem Gurgellaut, jedem misstrauisch-misanthropischen Blick.
2. Es ist nicht so, dass ich Angst habe, die Leute könnten erfahren, wo ich wohne. Leider kann ich keine genaue Angabe machen, weil wir weder Straßennamen noch Straßen haben. Googlen kann man uns auch nicht. Wie man so leben kann? Mit einer großen Portion Niederbaiern inside.
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Veronika
"Brauchen Sie neue Büromöbel?"

Limmer
Nein, ich arbeite im Liegen. Aber danke für das Angebot.
Ich habe mich übrigens schon öfter gefragt, warum ich derzeit so viele Angebote für Büromöbel erhalte. Werden diese derzeit vermehrt hergestellt? Und wenn ja, warum? Oder ist Ihnen das Viagra ausgegangen?
Denken Sie darüber hinaus nicht, dass eine Werbung mit etwas mehr Biss sinnvoller wäre?
Vielleicht: "Billige Leder-Stühle aus deiner Umgebung warten auf dich." Oder: "Extra hart - diese Tische stehen massiv." Vielleicht könnte man diese Angebote dann mit entsprechenden, sexy Fotos aufrüschen. Ich weiß ja nicht, wie es um Ihr Äußeres bestellt ist, aber schlagen Sie das Ihrem Chef doch mal vor.
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XXXSAGICHNICHTWEILSDICHNIXANGEHTXXX
"Wie kann man bloß so blöd schauen?"

Limmer
Gute Frage, mein Freund!
Das ist nämlich gar nicht so einfach.
Die meisten Menschen glauben ja, blöd zu schauen, das ginge von alleine. Das mache man so schwupp-di-wupp. Aber von wegen! Ich persönlich habe dafür siebzehn Semester bei Prof. Prof. Dr. Dr. Dr. med. nat. phil. Hironymus Lätschinger studiert (einem fernen Verwandten vom Lätschinger Sepp aus Niederbaiern, falls Sie den kennen).
Ich kann Ihnen hier freilich weder das Füllhorn meines Studiums ausschütten, noch die praktischem Übungen zeigen, die wir wissbegierigen Schüler von H. Lätschinger täglich stundenlang absolvierten. - Oft sogar in der Öffentlichkeit! Wobei wir seltener auffielen, als gedacht. Schauen Sie mal richtig blöd in einer Verkehrskontrolle oder beim Geschlechtsverkehr - da fallen Sie nie auf.
Allerdings will ich Ihnen die philosophische Basis des Blödschauens erklären: das Nichts. Denn um das blöde Geschau zu erreichen, muss man tief in sich gehen, dorthin, wo es ganz dunkel ist. Und dann muss man das gescheite Geschau abstellen. Erst danach ist es möglich, ein blödes Geschau an seine Stelle zu rücken.
Das blöde Geschau ist ergo die Abwesenheit des gescheiten Geschaus. Es ist nur durch ein kurzes Nichts herzustellen. Wobei die Menscheit das Nichts noch nicht richtig erforscht hat! Der Wahnsinn, oder?
Wenn man diese Denklehre verstanden hat, ist es nicht mehr weit bis zu einem bombastisch blöden Geschau.
Viel Erfolg, mein Freund! Oder, wie H. Lätschinger stets zu sagen pflegte:
"Patzlaugn auf!"
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Ich freu mich wie ein Tofuschnitzl auf die nächsten Briefe!

Eure Limmerin
Grant von Niederbaiern